Freitag, 22. Juni 2012

Das hat mich geärgert....

Also auch in der Schweiz! Ich dachte, das wäre hier anders ( hier sind viele Dinge anders, aber das nicht).
Es ist zum aus der Haut fahren! Wie ungerecht! Nicht nur, dass am meisten ( wieder mal), die Frauen betroffen sind, sondern auch Ausländer. Und ich bin Ausländer! Genau genommen Ausländerin!
Das Problem: Tieflohnstellen oder auf deutsch: Niedriglohn.
Davon gibt es hier in der Schweiz 275 000, das sind Stellen, wo unter 4000 CHF verdient wird. Im ersten Moment hört sich das für deutsche Verhältnisse nach viel an, aber man muss bedenken, das in der Schweiz die Lebenshaltungskosten um ein Vielfaches höher liegen ( Gott sei dank sind die Steuern nicht so hoch). Ja, gut ich gebe zu, wir jammern noch auf einem hohen Niveau, was in Deutschland schon die Regel ist, ist hier noch !!!! die Ausnahme.
Und mal wieder betroffen: der Einzelhandel oder wie es hier heißt: Detailhandel.
Alles schreit nach Dienstleistung, aber keiner will dafür bezahlen. Jeder Chef möchte freundliche Mitarbeiter und dazu motivierte, aber gerechte Entlohnung- Fehlanzeige.

Wie würde mein ehemaliger Chef sagen: " Das ist die Quadratur des Kreises!"
Stimmt! Wer schlecht zahlt bekommt Mitarbeiter, die unmotiviert in der Gegend rumstehen und den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, die sich aus dem Staub machen, wenn nur ein Kunde den Laden betritt (Kunde droht mit Auftrag) oder sich weiter angeregt mit der Kollegin unterhalten. Wie gesagt: Ausnahmen bestätigen die Regel. Aber klar, wer hat schon Lust sich für einen Stundenlohn von 5-6 Euro ( brutto, versteht sich) tot zumachen!?. Und die, die es tun, verdienen ja auch nicht mehr, bekommen nicht mal ein Lob aus der Chefetage. Der Ordnung halber muss man sagen, dass der Stundenlohn in der Schweiz doch um einiges höher liegt als in Deutschland, aber in Anbetracht der sehr hohen Lebenshaltungskosten, insbesondere die hohen Mieten, relativiert sich das schnell.
Ich finde es schade, dass gerade im Detailhandel das Lohnniveau ( und auch das Image) so niedrig ist, denn gerade der tagtägliche Umgang mit Kunden, war noch nie so fordernd wie heute. Und man muss mehr als nur Verkäuferin sein: Stilberaterin, Psychologin ( manchmal fehlt nur noch das rote Sofa), Altenpflegerin, Krankenschwester ( kostenlose Gesundheitstipps inclusive) und zu guter letzt müssen wir den Frust der Kunden aushalten ( ...vor ein paar Wochen hat doch Größe 40 noch gepasst....).

Aber gut, ich mag meinen Beruf trotzdem, denn es gibt auch sehr nette Kunden, und auch noch Chefs, die einen gerecht entlohnen und da habe ich in Deutschland gearbeitet!



Teilen