Dienstag, 28. August 2012

Mögen die Schweizer die Deutschen nicht.....?

Heute war ein Bericht in der "Südostschweiz" über den "Deutschenhass" in der Schweiz. Es ging darum, dass deutsche Touristen und Einwanderer nun sogar Sachbeschädigungen erleben würden.


Der Bericht aus der "Südostschweiz"
wird durchs Anklicken groß 

Ich kann das so nicht bestätigen. Ich wurde überall nett empfangen, niemand hat mich angegriffen, weil ich Deutsche bin oder hat in meinem Beisein über Deutsche gehetzt oder gelästert.
Aber ist es nicht auch so, dass der Ton die Musik macht....? Wie man in den Wald reinruft, so kommt es auch wieder heraus......?
Wer natürlich mit seiner deutschen Forschheit und Dreistigkeit den Schweizern entgegentritt, muss sich nicht wundern, wenn das auf Unmut stößt. Wir sind hier zu Gast, das ist eine Tatsache, die wir nicht vergessen dürfen, nur weil hier auch deutsch gesprochen wird und wir eventuell vergessen, dass wir uns nicht in unserer Heimat befinden. Auch wenn die Schweiz Deutschland in vielem ähnlich ist, unterscheidet sie sich in doch in einigen Bereichen.
Der Schweizer an sich ist viel zurückhaltender als der Deutsche (auch hier bestätigen Ausnahmen die Regel). Der Schweizer meckert nicht so schnell wie ein Deutscher (wir sind dafür auch schon überall im Ausland bekannt, das wir neurotische Meckerer und Nörgler sind), der Schweizer ist gelassener. Im Supermarkt an der Kasse, wird nicht gleich nach einer weiteren Kassenöffnung verlangt, nur weil mal 2 Kunden vor einem stehen. Der Schweizer bedankt sich bei jeder sich bietenden Gelegenheit (danke viel mol...). Auch Kunden bei uns im Geschäft, sind in der Regel viel dankbarer und wissen es zu schätzen, wenn man sich um sie kümmert. In Deutschland ist das alles selbstverständlich, kein Dank beim Verlassen des Ladens (geschweige denn bei der Verkäuferin selbst), alles wird als selbstverständlich hingenommen. Das ist es eigentlich auch, aber freut sich nicht jeder über Anerkennung seines Tuns?
Service wird hier in der Schweiz noch ganz groß geschrieben, z.B. bei der Versicherung :der Vertreter hat für meinen Mann das Motorrad angemeldet, hat dann alle Unterlagen zu uns nach Hause gebracht, der Autohändler hat das Auto angemeldet, hätte meinen Mann auch vom Bahnhof abgeholt und der Wagen war 3/4 vollgetankt.
Auch auf der Gemeinde wurde ich nett empfangen, als ich mich angemeldet habe, alle waren bemüht mir weiterzuhelfen.
Viele Deutsche sind in ihrer Art einfach nur plump. Ich habe mich letzten Sonntag in Bad Ragaz auch wieder fremd geschämt für meine Landsleute. Eine Gruppe von Touristen (eine Seniorengruppe) wollte sich in einem Cafe stärken, die Kellnerin hatte noch gar nicht die Karten alle verteilt, da brüllte schon die erste Dame los :"Ich kann schon bestellen ich weiß schon, was ich haben möchte." Das ganze kam einfach nur dumm rüber, dreist und ungeduldig, alles muss sofort geschehen, alles hört auf mein Kommando. Schrecklich!!!!! So funktioniert das hier in der Schweiz nicht! In der Schweiz geht es ruhiger zu, was gar nicht unangenehm ist, ganz im Gegenteil.
Wenn ich hier zu Gast bin, dann MUSS ich mich den Gepflogenheiten des Landes anpassen (erwarten wir nicht genau das, von den Immigranten bei uns in Deutschland?) und wenn ich das nicht möchte, dann kann ich ja wieder nach Deutschland zurückgehen.
Niemand soll / muss sich hier verbiegen, aber man muss die Spielregeln des Gastlandes akzeptieren.
Man muss es natürlich auch wollen....
Wir haben als erstes eine Schweizer Tageszeitung abonniert, haben, um das "Schwiizerdütsch" besser zu verstehen, auch Schweizer Fernsehn geschaut (aber das deutsche Programm ist wirklich besser) und ich bin fast beleidigt, wenn ein Schweitzer mit mir hochdeutsch spricht. Inzwischen verstehe ich (fast) alles und keiner ist böse, wenn man nachfragt. Viele Schweizer Kunden haben mich sogar gefragt, ob sie mit mir hochdeutsch sprechen sollen, was ich aber auf keinen Fall möchte, denn ich möchte die "neue" Sprache ja verstehen lernen (wenn ich sie schon nicht sprechen kann).
  Wenn ich mich mit einem Schweizer unterhalte, dann rede ich eben etwas langsamer und deutlicher, denn für einen Schweizer ist unser Hochdeutsch genauso ungewohnt, wie für uns das "Schwiizerdütsch".
Ich kann für mich (und meinen Mann) nur sagen, dass wir nett aufgenommen worden sind in unserer neuen Heimat, wir wurden weder beschimpft, noch beleidigt. Viele der deutschen Einwanderer müssen sich umstellen im Umgang miteinander, müssen ihre forsche und fordernde Art ablegen, ihre Ungeduld zügeln und mehr Toleranz an den Tag legen.
 Dann klappt es auch mit den Schweizern!
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