Dienstag, 22. Januar 2013

Service wird hier gaaaanz klein geschrieben

Ach, was sind wir kleinen Bürger und Normalverdiener froh, wenn wir am Monatsende nach allen Abzügen und Verpflichtungen noch Geld (und keinen Monat mehr) übrig haben. Wie schön und was für ein gutes Gefühl, wenn man was auf die hohe Kante legen kann.
So ging es auch mir, als ich vor ca. 5 Jahren einen, für mich beträchtlichen Betrag, bei der Bank meines Vertrauens für 6 Jahre fest angelegt habe (mit einem super Zinssatz). Da war die Freude groß und vor ein paar Wochen war sie noch viel größer, denn der Sparvertrag war zuteilungsreif, juhu!!!!!
In der Zwischenzeit wohne ich nicht mehr in Deutschland, sondern in der Schweiz, womit die ersten Probleme anfingen, denn es war meiner Bank nicht möglich mir Kontoauszüge in die Schweiz zu senden (aus welchen Gründen auch immer, ich bin ja schließlich nicht nach Timbuktu gezogen). Den Namen der Bank möchte ich hier nicht preisgeben, nur so viel, es war die San.....Bank.
Die Damen und Herren in meiner Filiale waren so nett mit den Kontostand telefonisch durchzugeben ( wie mir jetzt gesagt wurde, hätten Sie das gar nicht dürfen).
Der Filialleiter sagte mir, ich solle das Sparbuch per Einschreiben an die Zweigstelle schicken. 
Gesagt-getan! Ich habe alles noch mal für mich kopiert (und auch eine Kopie meines Ausweises dazugelegt) und habe die Unterlagen nach Deutschland gesendet. Natürlich habe ich im Zeitalter der Technik auch meine Telefonnummer und meine E-Mail-Adresse angegeben, aber niemand befand es für nötig sich bei mir zu melden. Nach 2 Wochen wollte ich in der Filiale in Wilhelmshaven anrufen und mich erkundigen, aber die bisherige Telefonnummer war nicht mehr vergeben. Ich war geschockt!!! War mein Bankinstitut womöglich pleite, insolvent oder nicht mehr zahlungsfähig? (Man hört ja die tollsten Dinge). Daraufhin habe ich im Internet nachgesehen und erst auf der eigenen Seite der Bank wurde klar, das es die Zweigstelle nicht mehr gab, doch wo war dann mein Einschreiben gelandet? Mein Mann und ich haben dann den Versendeweg  bei der Post abgefragt und es stellte sich heraus, das der Brief zugestellt worden war-aber wo?

Nun begann die Odyssee......
Zuerst einmal rief ich in der neuen Filiale in WHV an, wo man mich auf die Filiale in Oldenburg bzw. Bremen verwies. Man wäre dafür nicht zuständig, sie würden nur noch für die Kreditgeschäfte abwickeln. Basta!!!!!
Also habe ich es in Bremen versucht- vergeblich! Schließlich habe ich in OL mein Glück versucht, wo ich dann eine Dame am Telefon hatte, die sich mein Anliegen anhörte und versprach sich darum zukümmern.
Zwischenzeitlich hatte mein Mann noch mal in WHV angerufen um zu erfahren ob der Brief eventuell dort eingegangen wäre. Unwirsch wurde er abgewimmelt. Der Herr am Telefon meinte, er sei dafür nicht zuständig und er würde sich auch nicht darum kümmern.
Soweit-so gut (oder eben auch nicht). Irgendwie plagte mich die Unruhe, weil niemand wusste wo meine Dokumente abgeblieben waren. Um meinen aktuellen Kontostand zu erfahren, rief ich abermals in WHV an. Unmissverständlich machte mir die Dame klar, dass sie solche Auskünfte nicht am Telefon geben darf (was ich auch verstehe, da könnte ja jeder kommen). Aber da man n mir ja auch keine Auszüge zu senden kann, wie sollte ich da den Kontostand in Erfahrung bringen (dummerweise hatte ich seinerzeit die Geheimnummer vernichtet, da ich sie nicht brauche, dumm gelaufen)? Tja, und außerdem wäre sie nicht dafür zuständig!!!! Ich sollte mich an die Kollegen in OL und Bremen wenden.

Also nochmals in Bremen angerufen-aussichtslos!!
In meiner zunehmenden Verzweiflung habe ich dann die Hotline angewählt, wo ich gefühlte 2 Stunden in der Warteschleife war. Nein, den Kontostand dürfe sie mir nicht sagen (weil ich keine Geheimnummer hatte) und es wäre ja auch kein Problem die Auszüge in die Schweiz zu schicken (wie kann das denn auf einmal sein?) Ich fragte, warum dann noch nichts bei mir eingetroffen wäre? Ich hätte sicher vergessen meine neue Adresse anzugeben( haha, ich bin ja nun nicht blöd)
Nein, meine neue Adresse hätte ich angegeben. Tja, dann bräuchte ich mir keine Gedanken machen, die Auszüge würden mir zugesendet (ich wohne aber schon fast 1,5 Jahre in der Schweiz und habe noch nie welche bekommen, weil es ja angeblich nicht möglich ist sie in das Land der Eidgenossen zu schicken). Langsam wurde ich unmutig, was sich auch an meiner Stimmlage bemerkbar machte. Also, auch hier konnte oder wollte man mir nicht helfen.
Wieder in Bremen versucht-nichts!!! Langsam war ich den Tränen nah. Vielleicht vergnügte sich schon irgendwer mit meinem sauer gespartem Geld....
Der Panik nahe, habe ich dann nochmals in OL angerufen, wo ich wieder die nette Dame am Apparat hatte. Wir konnten dann wenigstens klären, das meine Geld noch auf irgendeinem Konto war.
So viel zu Service und Kundenpflege in Deutschland....
Das hätte es in der  Schweiz nie gegeben, denn hier ist man bestrebt dem Kunden zu helfen und ihn in seinem Anliegen zu unterstützen. Ich finde es erschreckend mit welcher Arroganz und Hochnäsigkeit einem entgegengetreten wird. Schließlich leben die Banken ja von den Leuten, die Ihr Geld bei Ihnen anlegen (oder Kredite in Anspruch nehmen).
Innerlich habe ich schon alle Konten gekündigt.
Was ist das für eine Art, wenn die Filiale geschlossen wird und man informiert seine Kunden nicht!? Wo bleibt da das Vertrauen? Ich habe zu diesem Bankinstitut jedenfalls kein Vertrauen mehr und die unfreundliche Art und Weise hat mich bei  meiner Entscheidung noch bestärkt (nur die Dame in OL hat sich Mühe gegeben, nochmals vielen Dank). Alle anderen waren regelrecht empört, dass sich ein Kunde mit einem Problem und seinem Anliegen an sie gewandt hat, ja geradezu belästigt hat. Ich kann mein Geld auch woanders anlegen....

Es ist nicht mein Versäumnis gewesen, dass die Anschrift nicht mehr existent war und ich nicht informiert wurde (kann alles vorkommen, ist menschlich, aber wenn sich dann niemand zuständig fühlt den Kunden zu helfen, dann hört mein Verständnis auf). Wer weiß wo meine Unterlagen gelandet sind (ich habe noch Hoffnung, dass sie an die Hauptzentrale weitergeleitet wurden).  

Am liebsten würde ich mein Erspartes im Sparstumpf unter die Matratze legen (sicher ist sicher).

Aber es gibt ja auch noch andere Banken, die sich über einen neuen Kunden freuen (und sein Geld), wo ich nett empfangen und betreut werde, denn - Ausnahmen bestätigen die Regel....

Nur, bei der San.....Bank werde ich kein Kunde mehr sein, denn:

Hier wird Service gaaaaaanz klein geschrieben......





Kommentare:

  1. Oh ja, das kenne ich. Vielleicht bin ich einfach Schweiz-verwöhnt, aber inzwischen bin ich in Berlin bei der 3.(!) Bank in drei Jahren, weil die beiden vorher mir nicht annähernd den Service geboten hatten, den ich von Schweizer Banken gewohnt war. Vor allem die große mit dem blau-weissen Logo hat mich mit einer falschen EC-Karte und dem sechsmonatigen Umtauschmarathon (währenddessen war ich natürlich kartenlos) sehr nachhaltig verärgert. Die zweite hat dann ihre Filiale geschlossen und meinen Kundenberater nach Hamburg verlegt. Ein Wechsel zu jemandem in einer der weiteren Berliner Filialen war auch nach fünf Telefonaten nicht machbar. Dazu waren die Kontoführungs-Gebühren höher als die Zinsen...
    Inzwischen habe ich noch ein Alltagskonto bei einer kleinen Genossenschaftsbank und den ganzen Rest meiner Finanzen wieder zurück in die Schweiz verlagert. Hier habe ich 8 Stunden täglich einen direkten Draht zu meinem persönlichen Bankberater, ansonsten ist rund um die Uhr immer jemand verfügbar, der zumindest freundlich und kompetent Auskunft geben kann. Eigentlich könnte man das dämliche Bankgeheimnis wirklich endlich abschaffen, guter Service sollte als Geschäftsmodell doch reichen ;)

    LG, Julia

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    1. Tja, in der Schweiz ticken die Uhren doch noch etwas anders....
      Liebe Grüße nach Berlin,
      Ophelia

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  2. Schon alleine das man Dir geraten hat das Sparbuch per Einschreiben zu schicken ist ein Ding der Unmöglichkeit. Wäre das Buch weg gewesen hättest Du nur 25,- Euro Schadensersatz bekommen. Denn Einschreiben sind nur bis zu diesem Wert versichert. Für mehr haftet die Post nicht.
    Das man Dir per Telefon den Kontostand genannt hat finde ich auch krass. Du hättest sonst wer sein können am anderen Ende der Strippe.
    LG Sandra

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  3. Naja, sie haben Dir den Kontostand wohl gesagt, weil Du Fragen beantwortet hast, die sonst vllt. keiner beantworten konnte. So schnell machen die das sonst nicht. Sei froh, dass nun alles geklappt hat. Aber beim Durchlesen Deines Berichtes habe ich kurz Schnappatmung bekommen. Ich dachte, jetzt kommst Du nicht mehr an Dein Geld.
    Aber bei den geringen Sparzinsen kann man wirklich überlegen, das Geld im Strumpf zu sparen. Die Kosten für die Kontoführung sind höher als der Erlös. Das sind Zeiten!! Mein lieber Scholli!
    LG Gisela

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    1. Also ich habe telefonisch auch schon den Kontostand meines Mannes (ohne Berechtigung fürs Konto!) erfahren, obwohl ich nicht mal explizit danach gefragt habe. Und Name, Adresse, Geburtsdatum und Kontonummer sind jetzt nicht unglaublich schwer herauszufinden, da hätte ich wirklich irgendwer sein können! Das Problem ist doch, dass man sehr oft Leute am Telefon hat, die schlicht keine Ahnung haben, weder von den Vorschriften noch von der Sache, weil nervige Kundenanrufe z.B. an den Azubi delegiert werden...

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    2. Da hast Du recht, richtig auskennen tun sich die Wenigsten und dann kommt immer der Satz :"Das ist nicht meine Aufgabe, dafür ist meine Kollegin zuständig.....!"

      Liebe Grüße nach Berlin, Ophelia

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