Donnerstag, 24. Januar 2013

Wer will schon aussehen wie Anna dello Russo?


Für alle, die Anna dello Russo nicht kennen 


Ich bin seit vielen Jahren eine treue und eifrige Leserin der "InStyle", meine monatliche Modebibel. Ich muss mich über Modetrends und Styling informieren (von berufs wegen) und ich habe auch Spaß an Mode (oder wie es auch auf neu-deutsch heißt an "fashion").
Was für ein Wahnsinn, wenn sich Fashion-Victims schon am frühen Morgen vorm Spiegel den Kopf zerbrechen müssen, ob Ihr Outfit auch wirklich "hip" ist und Sie im Kreis der Fashion-Profis auffallen und neue Inspirationen liefern. Wie anstrengend muss es sein, das richtige Outfif für die Fashion-Shows" (früher hieß so was Modenschau) zu finden, wo ja bekanntlich mit ganz anderen Maßstäben gemessen wird.
Und wenn man dann noch vor-während-und nach dem Event nicht fotografiert wird, das ist ein Versagen auf ganzer Linie, da war alles umsonst, das ist ein modisches K.o., eine Katastrophe. Als ob es nichts wichtigeres gibt....
Wenn ich so etwas lese, dann weiß ich, dass ich froh bin, dass mir das erspart bleibt.
Aber was ist denn eigentlich Mode?
Wer macht denn die sogenannten Trends?
Neuerdings werden in der "InStyle" immer mehr Fashion-Bloggerinnen und Stylisten abgebildet, u.a. auch die Mutter (oder Großmutter) aller Bloggerinnen Anna dello Russo (da ist der Name schon Mode). Ich krieg die Krise, wenn ich sehe, was diese sogenannten Trendsetter oder Fashion-Ikonen tragen. Das Outfit sieht oft aus, als hätten Sie blind in den Schrank gegriffen (oder in den Rot-Kreuz-Beutel), dass würde ich  nicht mal zur Gartenarbeit anziehen-gruselig, diese Farbkombinationen und der Mustermix. Auffallen um jeden Preis, Hauptsache man wird gesehen und ist auf einem Foto.
Diese staksigen Beine in den Skinny-Jeans, wer kann das schon tragen? Da braucht man Beine wie eine Gazelle, die die wenigsten haben (auch wenn ein Blick in den Spiegel Ihnen etwas anderes weiß machen will, warum sonst preßt sich so manche Frau in Jeggings mit Konfektionsgröße 44, nur um diesen Trend auch mit zumachen?). Am besten noch ein kurzes Oberteil dazu. Und die Zellulitis, die sich unbarmherzig an bestimmten Stellen durch den dünnen und enganliegenden Stoff abzeichnet.
Am meisten staune ich über die Schuhmode, wenn die Damen der Gesellschaft auf mörderisch hohen Stilettos  und Highheels durch die Gegend stöckeln und uns versichern, dass diese Folterwerkzeuge das bequemste Schuhwerk der Welt seien. Sie würden nur unter Androhung der Todesstrafe Sneakers anziehen. Wenn ich aber um mich blicke (egal ob in Hamburg, München, Zürich, Köln, New York,....), so sehe ich kaum Frauen auf Highheels durch den Supermarkt stelzen oder einen Stadtbummel machen (ich denke, die Schuhe sind soooo bequem und ich habe angenommen, das sie nur an meinen Füßen drücken und schmerzhafte Blasen verursachen). Dem scheint nicht so. Alles hastet im Alltag mit Sneakers, Chucks, Ballerinas, UGG  Boots und anderen Leisetretern an einem vorbei. Ich möchte die Frau sehen, die auf diesen Höllen-Absätzen den Tag stehen kann (ich muss ja gestehen- gut aussehen tut es ja).
Oder Hotpants, auch so ein Super-Hot-Trend-Thema.
Da frage ich mich, ob Mode mit 25 aufhören soll?! Aber viele sind hemmungslos und der Anblick ist eine Zumutung für jeden, eine Vergewaltigung fürs Auge. Absolut schmerzfrei werden die Besenreiser und die Krampfadern zur Schau getragen. Oft wird das Alter auch einfach ausgeblendet ( von hinten Lyzeum, von vorne Museum). Das gleiche gilt im übrigen auch für kurze Röcke, die oft eher einem breiten Gürtel ähneln.

Ein anderer großer Trend- Mustermix, da werden Blumen-Prints mit Karos kombiniert, Punkte mit Streifen usw.. Oder es wird ein Muster von Kopf bis Fuß angezogen und dazu noch Riesen-Hüte (Louis Vuitton).
Stellt sich die Frage, ob man das tragen soll oder soll es einfach nur Kunst sein?
Noch ein gaaaanz wichtiges Mode-Thema :Handtaschen oder It-Bags. Was für ein Drama, wenn man nicht die richtige Tasche dabei hat- Hausverbot?! Und was denken nur die anderen? Hoffentlich hat man keinen Trend verschlafen, das wäre ja fatal...
Ich für meinen Teil möchte nicht aussehen wie Anna dello Russo und möchte nicht geklont in einer Reihe mit den anderen Fashion-Verrückten stehen.
Ich möchte auch Trends mitmachen (aber nicht alle, denn ich habe meinen Spiegel nicht abgehängt), möchte aber nicht uniformiert aussehen, möchte meinen Stil tragen. Ich bin in einem Alter, wo ich weiß was ich will (oder auch nicht) und nicht mehr zu anderen rüber schielen muss und allen Trends hinterherhecheln.
Ich bin ich!!! Ich habe meinen Stil gefunden, fühle mich so wohl und Anna dello Russo, wer ist das eigentlich?




Hier wirkt Anna dello Russo wie eine
 bulgarische Boutiquen-Besitzerin, die zufällig in einer Vogue geblättert hat
 und nicht bemerkte, das sie von  1976  ist.
(Ich bin aber auch gehässig...)



Jetzt mal ehrlich-
irgendwas stört, das Gesicht oder die Brille? 



KEINE Frage des Geschmacks-
Das ist nicht schön!!!!! 

Kommentare:

  1. Du sprichst mir aus der Seele!
    Ich bin seit Jahren VOGUE- und ELLE-Leserin, und zwar aus ziemlich genau dem Grund, weil dort NICHT ausschließlich die Mustermix-Midi-Maxi-Mini-Fehlgriffoutfits abgebildet werden (zwar auch, aber weniger). Mit Mode beschäftige ich mich intensiv seit ca. meinem 16. Lebensjahr und wenn man die Mode seit den 60ern betrachtet, dann frage ich mich manchmal: Wo in Herrgottesnamen ist die Eleganz hinverschwunden?

    Ich zitiere zur Veranschaulichung Giorgio Armani: "Eleganz heißt nicht, ins Auge zu fallen, sondern im Gedächtnis zu bleiben."
    Und noch ein Zitat, das meine Überzeugung ziemlich gut trifft: "Mode sagt: "Ich auch." Eleganz sagt: "Ich allein".

    Deswegen: Mehr Eleganz im Alltag - und weniger Mode. Bitte.

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  2. Ich liebe ja auch die Insyle, aber mir gehen gewisse Dinge inzwischen dort auch auf den Keks. So das ich auch immer mal wieder eine Zeitung ausfallen lasse.
    Was Mode betrifft, halte ich es immer so: Willst Du unbedingt auffallen oder dich von der Masse abheben, dann mach das Gegenteil von dem was gerade als "in" bezeichnet wird. So fällst Du auf und siehts nicht wie alle aus.
    Vielleicht liegt es auch daran das ich aus einer Schneiderfamilie komme. Mein Ururgroßvater war Schneidermeister, mein Urgroßmutter war Schneiderin, meine Großmutter auch und meine Mutter, Schwester und ich selbst "schneidern" uns auch zum Teil unsere eigenen Sache oder arbeiten sie um. Mir liegt das also im Blut. Nur renne ich nicht den "Trends" hinterher. Was nützes mir wenn Pink "in" ist. Ich aber wie ein Regenwurm mit entzündeten Augen darin aussehe.
    Das Wort "Trends machen" heißt doch nur, wenn alle so rum laufen, dann ist es ein Trend egal wie bescheuert es aussieht.
    Für mir persönlich ist eher ein Trend wenn jemand was ganz außergewöhnliches macht was sich von der breiten Masse abhebt und auch nicht von allen getragen wird.

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    1. Bin ganz Deiner Meinung....
      Schönes Wochenende,
      Ophelia

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