Freitag, 31. Januar 2014

"Rot" Dominique Horwitz in Winterthur

Winti aktuell!




Am Dienstag war wieder Theatertag in Winti! Diesmal war das Renaissancetheater Berlin zu Gast und es wurde das 2-Mann-Stück "Rot" aufgeführt, mit Dominique Horwitz in der Hauptrolle. Das Stück wurde 2009 in London uraufgeführt und wurde von John Logan geschrieben.



Die Geschichte :

Es wird die Geschichte des amerikanischen Malers Mark Rothko (eigentlich Markus Rothkowitz, gespielt von Dominique Horwitz) erzählt, der 1903 in Lettland geboren wurde und dann in die USA auswanderte. Er ist bekannt für seine Farbfeldmalerei und bekam 1958 den Auftrag eine Serie von Wandbildern für das Seagram-Hochhaus in New York zumalen. Er stellt einen Assistenten (gespielt von Benno Lehmann) ein, der ihm zur Hand gehen soll, Farbe mischen, Pinsel säubern,. . . .und den Maler mit all seinen Launen und Macken ertragen muss.
"Jeder Pinselstrich eine Tragödie!", so der Maler, der in sich gespalten ist zwischen Selbstzweifeln und Hochmut, zwischen Genialität und Wahnsinn. Er ist besessen vom Malen, verausgabt sich bis zur totalen Erschöpfung und lebt nur für seine Kunst, immer in der Angst sich selbst nicht zu genügen , zu scheitern an den eigenen Ansprüchen.
Er hinterfragt die Gesellschaft, die Tyrannei des "Prima", wie er es nennt. Alles ist immer prima :"Wie geht es Dir? Prima! Wie sehe ich aus? Prima! Wie war Dein Tag? Prima!" (. . . ) Und er stellt sich und sein Schaffen immer wieder in Frage... Wie rot ist rot? Was ist das richtige Rot?
Seine größte Angst ist, dass das Schwarz das Rot eines Tages schlucken könnte. Seine Stimmungen schwanken zwischen himmelhoch jauchzend und zu Tode getrübt, er gilt als manisch depressiv, seine depressiven Lebensphasen sollen sich auch im Farbwechsel seiner Bilder widerspiegeln.
Nach 3 Jahren wagt es sein Assistent auf zu begehren und wirft seinem "Meister" seine Arroganz und seine Selbstherrlichkeit vor, worauf Rothko ausrastet. Er weiß, das seine Zeit vorbei ist und versinkt im Strudel von Selbstmitleid. Er kauft schließlich die Bilder die er für´s Seagram-Haus gemalt hat zurück, damit sie die "reichen New Yorker Arschlöcher nicht mehr beim Essen sehen können". Das Stück endet mit seinem freiwilligen Tod, er schneidet sich in seinem Atelier die Pulsadern auf (1970).


Das Bühnenbild
Eigentlich durfte nicht fotografiert werden, es wurde sogar nicht Strafen gedroht,
nur den Hinweiszettel habe ich erst nach der Vorstellung gelesen...

Das Bühnenbild wurde dem Atelier des Malers nachempfunden.


"Mein Freund es gibt nur eine Sache, die ich im Leben fürchte. . . .
Eines Tages wird das Schwarz das Rot verschlingen."




Dominique Horwitz als Mark Rothko

"Jeder Pinselstrich eine Tragödie!"


Fazit :

Horwitz betritt schon beim Hereinkommen der Zuschauer die Bühne, mit Zigarette und Whisky-Glas, läuft auf und ab und als Zuschauer taucht man sofort ein in die Atmosphäre, in die Szenerie ein. Allein seine Anwesenheit ist großes Kino.
Horwitz scheint die Rolle nicht zu spielen, nein, er ist Rothko, er wird eins mit dem Maler und brilliert in den Monologen, die sich zwischen Selbstbeweihräucherung, Arroganz, Verletzlichkeit und Selbstzweifeln bewegen.
Dominique Horwitz hat eine unglaublich Bühnenpräsenz und Benno Lehmann hat Mühe nicht unter zu gehen.
Horwitz hat diese anspruchsvolle Rolle bis ins Kleinste ausgefüllt und es gelingt ihm den verworrenen Charakter des Malers mit an Genialität grenzender Schauspielkunst darzustellen. Fantastisch!
Das war ein ganz großer Theaterabend, was vom Publikum mit viel Beifall belohnt wurde.
Ich kann jedem dieses Stück empfehlen, welches sicher keine leichte Kost ist, aber durch die das große Können der Darsteller zu einem Event wird. . . .

Allen noch einen schönen Tag,
Ophelia



1 Kommentar:

  1. Das klingt spannend.
    Ich mag den Horwitz auch, der ist so vielseitig, singt, moderiert, nimmt Hörbücher auf - cooler Typ.
    Schön dass ihr so einen aufregenden Theaterabend hattet. Lg

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