Montag, 14. Juli 2014

Zoo Zürich Teil 4

Ich kann nicht mehr sagen, wie lange ich vor der Glasscheibe stand und in diese Augen geblickt habe. Es war, als ginge eine ungeheure Anziehungskraft von ihnen aus. Wärme, Güte, Geborgenheit und unendliche Trauer, Resignation, Verlorenheit....Diese Augen schienen zu sagen:"Ich habe schon lange aufgegeben! Ich erwarte nichts mehr!" Wäre ich alleine gewesen, hätte ich wohl den Nachmittag vor diesem gläsernem Gefängnis verbracht.......
Ich liebe Orang Utans schon seit meiner Kindheit, diese zotteligen, friedvollen Waldmenschen, mit den traurigen Augen. Die niemandem etwas Böses wollen und immer mehr von profitgierigen Menschen aus ihrem Lebensraum verdrängt werden.



Im Zoo Zürich leben insgesamt 9 dieser Menschenaffen, 2 von ihnen mussten separiert werden, da sie sich nicht mit den anderen vertragen haben....kein Wunder, leben die Tier doch in freier Wildbahn alleine in den schwindelerregenden Höhen der Bäume...

Dies ist einer der zwei Einsiedler.....

Sie leben hauptsächlich in den Baumwipfeln, ihre "Hände" sind ihrem Lebensraum perfekt angepasst...

Aus diesen Augen spricht Hoffnungslosigkeit und Trauer, der Blick geht ins Leere. Es ist, als habe sich die Seele schon aufgelöst und ist der Gleichgültigkeit gewichen....

Diese unglaublich traurigen Augen haben mich den ganzen restlichen Tag verfolgt. Vielleicht sind es auch die menschlichen Züge, die einen so gefangen nehmen.....


In Freiheit schwingen sie von Baum zu Baum, hier sitzen sie in der Ecke ihres Gefängnisses und warten....
.....sicher vergeblich......


Was für ein trostloses Dasein hinter Glas, Hunderten von Augenpaaren jeden Tag ausgeliefert und der Tristesse des Tages nicht entkommen können, dieser immer wiederkehrenden Monotonie.....


Diesem Blick kann man sich gar nicht entziehen, die Augen sprechen Bände.....
Und obwohl er mich angesehen hat, ging der Blick ins Leere....


Wenn dieser Mund sprechen und Worte finden könnte....


In solchen Momenten möchte ich nie wieder in den Zoo gehen....obwohl ich weiß, das Zoo´s auch gute Seiten haben....
Aber für diese großen und freiheitsliebenden Tiere muss es die alltägliche Hölle sein....Die Enge der Käfige, die Eintönigkeit der Tage.....
Vielleicht empfinden die Tiere, die in Gefangenschaft geboren sind, den Tribut, den sie zahlen, als nicht als ganz so hoch, denn man soll ja nur vermissen können, was man kennt.....


Irgendwann musste ich dann doch weitergehen und habe ihn in seiner Trostlosigkeit zurückgelassen....




Im "großen" Käfig habe ich dann diesen kleinen Clown gesehen, der in seiner kindlichen Unbeschwertheit durch die Gegend geturnt ist......


Man hatte nur einen Impuls.....knuddeln wollen......


Da wurde erstmal mit der Sägespäne geworfen.....


...dann in den Karton gesprungen....


....um schließlich doch noch mal zuprobieren, ob Späne nicht doch lecker ist....


....aber es war ganz eindeutig.....


nicht lecker! Bäh, schmeckt gar nicht.....



Hier endet mein trauriger Besuch bei den Waldmenschen im Zoo von Zürich und mir stellt sich wieder die Frage, ob sich diese Tiere dort wohlfühlen oder ob die Haltung dieser Wildtiere schon an Quälerei grenzt.....
Ich weiß es nicht....Sicher leistet ein Zoo wichtige Arbeit in Sachen Tierschutz und sensibilisiert die Besucher dafür, aber werden hier nicht auch wieder schutzlose Tiere vermarktet und profitabel zur Schau gestellt? Stellt sich hier nicht wieder der Mensch über das Tier und nutzt sie schamlos aus?
Die Grenzen sind sicher fliesend und man kann Stunden darüber diskutieren....aber diese traurigen Augen sagen mehr als alle Worte....

Ich wünsche allen einen schönen Tag....in Freiheit......
Liebe Grüße, Ophelia




Teilen