Mittwoch, 23. November 2016

Spuren des Krieges # 1....

Die Meisten von uns kennen Krieg nur aus den Geschichtsbüchern, Erzählungen und aus dem Fernsehn, zum Glück!
Die Kriege in Ex-Jugoslawien sind noch gar nicht so lange her, Kriege mitten in Europa.
Der Kroatienkrieg wütete von 1991 bis 1995 und forderte viele tausend Todesopfer.
Mein Mann und ich waren an diesem Vormittag auf der Suche nach einen neuen Wandergebiet und sind Richtung Bosnien und Herzegowina gefahren. Auf dem Weg ins Grenzgebiet sind wir durch den Ort Licko Petrovo Selo gekommen.
Das Dorf wirkte wie ausgestorben, hier und da werkelte mal jemand im Garten, aber es herrschte bedrückende Stille. Viele Gebäude waren stark beschädigt, andere verlassen mit vernagelten Fenstern.
Die meisten Häuser waren gezeichnet vom Krieg, überall waren Einschusslöcher zu sehen.



Hier wurde der Krieg auf einmal sichtbar.......
Überall Einschusslöcher in den Häuserwänden. Ich habe selten einen so bedrückenden Moment erlebt.



Wer mag hier mal gelebt haben?
Haben Kinder im Garten gespielt?
 Wo sind die Menschen geblieben?
Haben sie überlebt?


Die meisten Häuser verfallen, wurden von den Besitzern aufgegeben.










Die Menschen haben ihr Dorf verlassen müssen, denn hier gab es keine Perspektive mehr......
Früher  gab es eine Schule, Restaurants, kleine Geschäfte und ein reges Dorfleben.
Nur die Alten sind geblieben oder kommen wieder, die jungen Menschen sind in die Städte gezogen um ihr Glück zu finden. 













Was ist das?
Ein Auto aus unserer alten Heimat.....


Wir waren schon fast auf dem Rückweg, als wir noch einen Abstecher zur Dorfkirche gemacht haben.
Und dann standen wir vor dem Auto mit Kennzeichen unserer Heimatstadt.....
Als ein Mann aus dem Haus kam, hat Stefan ihn angesprochen und gefragt, ob er aus Wilhelmshaven käme. Und tatsächlich, die Welt ist manchmal so klein.
Spontan wurden wir auf einen Kaffee eingeladen und lernten so auch seine Mutter kennen, die schon 1966 nach Wilhelmshaven gezogen war um dort in einer großen Näherei zu arbeiten. Mittlerweile ist sie pensioniert und verbringt die Sommermonate in der alten Heimat.
Das Haus war nach dem Krieg schwer beschädigt und wurde peu à peu wieder aufgebaut.
Sie hatte gerade frisches Brot gebacken (im Holzofen), was wir unbedingt probieren sollten, es schmeckte köstlich. Morgens um 9.30 Uhr bekamen wir dann auch gleich einen selbst gebrannten Schnaps angeboten......Mein Mann und ich haben uns einen geteilt (man möchte ja nicht unhöflich sein), der hatte es wirklich in sich......Später mussten wir noch das selbstgemachte Ratatouille kosten (das Gemüse kam alles aus dem eigenen Garten), ein wahrer Genuss.
Wir redeten über den Krieg, über die Zeit davor, über die Zeit danach und über das, was jetzt noch von dem Dorf und seinen Menschen übrig geblieben ist.
Zum Abschied bekamen wir noch ein paar Tipps für Wanderungen und Ausflüge mit auf den Weg.
Was für eine schöne und nette Begegnung!


So, für heute machen wir nun Schluss......
Liebe Grüße, Ophelia























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