Mittwoch, 30. November 2016

Spuren des Krieges # 2 Der Flughafen

Nach dem Treffen in Licko Petrovo Selo sind wir wandern gegangen,  haben die herrliche Natur genossen und wieder ist uns keine Menschenseele begegnet.
Nach unserer Wanderung war noch reichlich Zeit bis zum Abendessen und so sind wir zu einem nahe gelegenen Militär-Flughafen gefahren (diesen Tipp hatten wir von unseren Gastgebern am Vormittag bekommen).
Dem Navi sei Dank, denn ohne wären wir glatt vorbeigefahren, denn viele Bereiche der Anlage sind schon von Büschen und Efeu regelrecht zu gewuchert.
Die Flugzeugkaverne Zeljava liegt direkt an der Grenze zu Bosnien und Herzegowina, man hört den Muezzin auf der anderen Seite der Grenze rufen.
Was wir nicht wussten ist, dass dieser Flughafen die größte unterirdische Flugzeugkaverne Europas war.
Sie wurde zwischen 1957 und 1970 gebaut und hat den Staat Jugoslawien ca. 6 Milliarden Dollar gekostet.



Viele der Gebäude sind schon stark verfallen und man muss Acht geben, dass einem nichts auf den Kopf fällt.

Hier ist eine Bombe eingeschlagen und hat den Bus umgeworfen.
Alles ist noch so, als wäre es erst gestern passiert und nicht vor über 20 Jahren.


Ein Blick ins Innere.

Hier sind die Spuren eines Gefechtes zu sehen.

Im Bus haben sich Wespen ihr Nest gebaut.



Es lässt sich erahnen, mit welcher Wucht sie Bombe hier eingeschlagen ist.






Nach dem Rückzug der jugoslawischen Volksarmee aus Bosnien wurden die Anlagen und Pisten mit 56 Tonnen Sprengstoff unbrauchbar gemacht.
Einige Bereiche im Innern sind mit PCB kontaminiert, die Außenbereiche sind vielfach noch stark vermint.












Ich hatte schon ein mulmiges Gefühl durch diese Ruinen zu streifen, aber die Neugierde hat dann doch gesiegt.
Beim nächsten Mal geht die Zeitreise weiter......

Liebe Grüße, Ophelia


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