Mittwoch, 21. Dezember 2016

Spuren des Krieges # 5 Der Flughafen

Heute sind wir nun ein letztes Mal auf dem Flughafen von Zeljava unterwegs.
Ich muss zugeben, dass mir mein Herz in einigen Momenten bis zum Hals geklopft hat. Man wusste auch nie genau, wo man Verbote missachtete und womöglich einen Schritt zu weit ging.....
Es war schon ein komisches Gefühl sich den Weg durch die total verwucherten Eingänge zu bahnen, nichts war zu hören, ein bisschen unheimlich.
Für mich persönlich war das hier eine ganz neue Erfahrung. Ich stand noch nie in meinem Leben vor Schildern, die mich vor Minen gewarnt haben, habe auch noch nie einen bombardierten Bus gesehen, genauso wenig habe ich je vor Einschusslöchern gestanden. Hier war der Krieg, der nun schon über 20 Jahre zurückliegt, sichtbar, ja beinahe spürbar, greifbar.
Ich habe mir versucht vorzustellen, wie über 1000 Soldaten in den unterirdischen Behausungen gelebt haben, wie ihr Alltag aussah.
Ich habe mir versucht vorzustellen, wie die Menschen hier den Krieg erlebt haben und überlebt haben. Wo mögen all die Menschen sein, die zuvor in den leerstehenden Häusern gewohnt haben!? Wie ist es ihnen nach dem Krieg ergangen? Mussten sie womöglich flüchten und ihre Heimat verlassen? Was müssen sie für furchtbare Angst gehabt haben......

Hier wurde mir vor Augen geführt, was Krieg aus einem Land machen kann. Krieg nimmt den Menschen die Heimat, den Kindern die Zukunft, beraubt sie ihrer Kindheit, ihrer Ungezwungenheit. Er raubt den Menschen ihre Träume, ihre Zuversicht und den Glauben an das Gute.
Im Duden steht zur Definition des Wortes "Mensch" :
"Mit der Fähigkeit zur Erkenntnis von Gut und Böse ausgestattetes höchstentwickeltes Lebewesen."
Diese Fähigkeit wage ich in manchen Momenten in Frage zustellen.

Die letzen Bilder lasse ich mal ohne Worte stehen, so kann jeder seinen Gedanken freien Lauf lassen......

















































Was wir nicht wussten und erst später erfahren haben.....Oft fahren Grenzpatrouillen durch das Gelände. Wenn man von Ihnen gesehen wird, muss man Rede und Antwort stehen, was man hier zu suchen hat, woher man kommt, wo man hingeht,......
Gut, dass ich das nicht vorher wusste, denn dann hätte ich mich auf dieses "Abenteuer" nicht eingelassen. Oft ist es auch gut, wenn man nicht alles weiß......


Ich wünsche uns allen ein friedliches 2017, denn Frieden fängt im Kreise der Familie an und hört in der großen weiten Welt auf......

Ophelia



Kommentare:

  1. Ich auch liebe Ophelia und das frage ich mich aber schon länger. Leider hat es ja noch nie Frieden gegeben, irgendwo "knallt" es immer, auch wenn es sich "nur" um einen Zwist innerhalb der Familie oder den Nachbarn handelt. Irgendwie habe ich das Gefühl die Menschen können einfach nicht in Frieden leben. Mir stellt sich immer die Frage was diese "Bekloppten" denken, denn eigentlich müsste ihnen ja klar sein das auch ihre Familie und Freude darunter leiden.

    Dein beklemmendes Gefühl kann ich sogar durch die Fotos nachvollziehen. Ich weiß nicht ob ich da soviele Schritte rein und durch gewagt hätte....garantiert aber nicht, so wie du, wenn ich von den Kontrollen gewusst hätte.

    Danke dir dass du uns so ausführlich mitgenommen hast. Bilder die schrecklich sind wenn man an die Zeit denkt aber auch Bilder die nie vergessen werden sollten.

    Liebe Grüsse

    N☼va

    AntwortenLöschen
  2. Du warst da wirklich mutig. Ich bin froh, dass du das ohne Probleme überstanden hast und uns die Bilder hier zeigen kannst. Sie sind besonders und zeigen aus erster Hand und ganz nah ehemalige Kriegsschauplätze mitten in Europa. Eigentlich habe ich nicht damit gerechnet, dass wir hier im vermeintlich sicheren Westeuropa noch einmal Angst haben müssen, dass es vielleicht auch wieder um uns herum kriegerische Auseinandersetzungen geben könnte. Ja, der Friede fängt in der Familie, im Ort, im eigenen Land an.
    Liebe Grüße

    AntwortenLöschen
  3. deinen worten ist nichts hinzuzufügen - (ab und zu sollte man als gattung mensch jedoch sein hirn einschalten, damit sowas nicht ständig passieren muss). dieser schauplatz hat etwas bedrückendes... regt zum nachdenken an.
    schöne weihnachten
    gusta

    AntwortenLöschen

Teilen